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Lübecker Märtyrer

Hermann Lange       Eduard Müller      Johannes Prassek     Karl-Friedrich Stellbrink


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MÄRTYRERGEDENKEN

Am 28. Oktober 2013 wurde die neue Märtyrer-Gedenkstätte feierlich durch Erzbischof Dr. Werner Thissen im Rahmen eines Vespergottesdeinstes eingeweiht und die Ausstellung über die Märtyrer eröffnet.

Jedes Jahr am 10. November, dem Tag des Märtyrertodes der vier lübecker Geistlichen, begehen wir das Märtyrer-Gedenken.

Dazu laden die evangelich-lutherische Luther-Melanchthon Gemeinde und die katholische Pfarrei Propstei Herz Jesu ein

am 8.11. um 11:00 Uhr zum Evangelischen Gottesdienst mit Feier des Heiligen Abendmahls in die Lutherkirche

und

am 10.11. um 18:00 Uhr, der Todesstunde, zur Verkündigung des Martyrologiums in der Krypta und Eucharistiefeier in die Propsteikirche Herz Jesu. Hauptzelebrant: Erzbischof Dr. Stefan Heße

 

SELIGSPRECHUNG

Am 25. Juni 2011 wurden die drei Lübecker Kapläne Johannes Prassek, Eduard Müller und Hermann Lange in Lübeck selig gesprochen.

Gleichzeitig wurde des evangelischen Pastors Karl Friedrich Stellbrink ehrend gedacht.

Zu den Informationen über die Märtyrergedenkstätte

in der Propsteikirche Herz Jesu .

Hier finden Sie einige Fotos von der Seligsprechung

Zur offiziellen Seite über die Lübecker Märtyrer und den Seligsprechungsprozess HIER KLICKEN.

Weitere Informationen über die Lübecker Märtyrer finden Sie auch auf der entsprechenden Internetseite des Erzbistums Hamburg.

Am 23. Juni 1943 verurteilte der angereiste 2. Senat des Volksgerichtshofes in Lübeck die katholischen Kapläne an der Herz-Jesu-Kirche Johannes Prassek, Hermann Lange, Eduard Müller und den evangelisch-lutherischen Pastor Karl Friedrich Stellbrink zum Tode. Das Urteil stand schon vor dem Prozeß fest. Im Frühjahr / Frühsommer des Jahres 1942 waren die vier Geistlichen zusammen mit 18 katholischen Laien festgenommen worden. Das NS-Regime war bis an die Spitze spürbar schockiert, dass Geistliche beider Konfessionen gemeinsam gegen die Untaten und den Ungeist des „3. Reichs“ aufstanden. Dies hatte es vorher noch nicht gegeben.

Dabei war Stellbrink, 1894 in Münster geboren, noch ein überzeugter Nationalsozialist, als er 1934 an die Lutherkirche in der Lübecker Vorstadt berufen wurde. Er wandelte sich im Lauf der Jahre zu einem scharfen Gegner des Nationalsozialismus. Als solcher lernte er zuerst Johannes Prassek, Jahrgang 1911 und gebürtiger Hamburger, kennen. Sie tauschten Informationen aus und verabredeten die Verteilung der Anti-Euthanasie-Predigten des Bischofs von Münster, Graf von Galen. Prassek (geb. 13.8.1911 in Hamburg), Lange (geb. 1912 in Leer / Ostfriesland) und Müller (geb. 1911 in Neumünster) bezogen in der Seelsorge aus christlicher Sicht z.T. deutlich Stellung gegen NS-Positionen, wobei Prassek als „erster Kaplan“ und mit einer charismatischen Ausstrahlung begabt, besonders exponiert war.
Der letzte Anlaß für die Festnahme Stellbrinks bildete seine Predigt am Palmsonntag 1942. Lübeck war in der Nacht das erste deutsche Objekt eines alliierten Städtebombardements geworden. Gott habe in dieser Nacht mit mächtiger Stimme zu den Menschen gesprochen, so der aufgewühlte Stellbrink. Prassek war länger in Predigten sehr deutlich geworden, wurde aber zusätzlich von einem Gestapo-Spitzel, der sich in einen Gesprächskreis eingeschlichen hatte, belastet.

Alle vier wurden wegen, so die Begriffe der NS-Justiz, Vorbereitung zum Hochverrat, Rundfunkverbrechen (damit war das Abhören und die Weitergabe von Nachrichten sogenannter Feindsender gemeint), Zersetzung der Wehrkraft und landesverräterischer Feindbegünstigung verurteilt.
Stellbrink war in seiner Kirche ziemlich isoliert, da ihn die NS-nahe Kirchenführung verstieß, er sich aber vorher auch nicht den Pastoren der „Bekennenden Kirche“ angeschlossen hatte. Die katholischen Kapläne wurden von ihren Gemeinden getragen, weniger aber von ihren Vorgesetzten. Der vorgesetzte Dechant Bültel war nachträglich bestürzt von der Unvorsichtigkeit seiner Kapläne. Der Osnabrücker Bischof Berning (Damals gehörte Lübeck noch zum Bistum Osnabrück.) besuchte die Priester im Gefängnis und intervenierte bei staatlichen Stellen für sie. Trotzdem entsprach ihr Verhalten nicht seiner Kirchenpolitik. Die mitangeklagten Laien kamen mit zwei Ausnahmen nach dem Prozeß auf freien Fuß – obwohl sie sich geschlossen geweigert hatten, auf Distanz zu ihren Geistlichen zu gehen.
Am frühen Abend des 10. Novembers 1943 wurden im Hamburger Gefängnis Holstenglacis im Abstand von wenigen Minuten zuerst Müller, dann Prassek, Lange und Stellbrink unter dem Schafott enthauptet. Ihr gemeinsames Blutzeugnis für Christus und die Menschen verbindet die beiden Konfessionen in Lübeck bis heute. Alljährlich gedenken sie gemeinsam ihrer Märtyrer.

Videos im Internet zum Thema Lübecker Märtyrer / Seligsprechung:
(auf YouTube)

RadioKirche Hamburg: Seligsprechung Lübecker Märtyrer Feierorte

RadioKirche Hamburg: Lübecker Märtyrer Karl Friedrich Stellbrink wird hingerichtet

RadioKirche Hamburg: Märtyrer- Gebet von Eduard Müller

RadioKirche Hamburg: Lübecker Märtyrer Johannes Prasseks Abschiedsbrief an seine Familie

RadioKirche Hamburg: Lübecker Märtyrer Johannes Prasseks Hungerbrief (Hungerkassiber)

RadioKirche Hamburg: Lübecker Märtyrer Johannes Prasseks Abschiedsbrief an eine ehemalige Religionsschülerin

RadioKirche Hamburg: Lübecker Märtyrer Herrmann Langes Brief an seine Geschwister

RadioKirche Hamburg: Abschiedsbriefe Karl Freidrich Stellbrinks an Frau und Kinder

Nordelbische Kirche: Bischof Ulrich zu den Lübecker Märtyrern

Literaturhinweise:
NEU: Geführte Wege - die Lübecker Märtyrer in Wort und Bild, von Professor Peter Voswinkel, mit einem Nachwort von Erzbischof Dr. Werner Thissen, St. Ansgar Verlag, Hamburg, 2010, erhältlich u. a. im Kirchen-Laden des K-Punkt.

Ökumene im Widerstand. Der Lübecker Christenprozeß 1943. Herausgegeben von Isabella Spolovjnak-Pridat und Helmut Siepenkort. 3. aktualisierte und erweiterte Auflage, Lübeck 2006. Hier finden Sie auch eine umfangreiche Literaturauswahl.