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Kirche St. Vicelin
 Pfarrei Herz Jesu
Mönkhofer Weg 84 (Ecke Adalbert Stifter Straße)
im Stadtteil St. Jürgen

Zur Entstehung der Gemeinde und Kirche:

Nach dem Zweiten Weitkrieg wurde durch den Zustrom katholischer Vertriebener sowie durch den Ausbau von Krankenanstalten und Fachhochschulen im Süden der Stadt Lübeck eine katholische Kirchengemeinde notwendig. Am 1. Juni 1955 war der Seelsorgebezirk St. Vicelin errichtet worden, der am 1. April 1968 Pfarrei und zum 1. Nov. 1980 auch vermögensrechtlich selbständige Kirchengemeinde wurde.

Die St. Vicelin- Kirche wurde in den Jahren 1955/56 nach den Entwürfen der Architekten Bernhard Lippsmeier sen. und Dr. Ing. Georg Lippsmeier (Paderborn/Lippstadt) errichtet. Der Bonifatiusverein übernahm den Großteil der Kosten, die Gläubigen schachteten in Selbsthilfe die Fundamente aus. Am 24. Juni 1956 wurde die Kirche geweiht. Dazu musste jeder Kirchenbesucher einen Stuhl mitbringen. Zugleich wurde ein schlichtes kleines Pfarrhaus mit einem sehr kleinen Pfarrsaal gebaut.

Für die vielfältige Gemeindearbeit entstanden 1966 Anbauten: ein neuer unterteilbarer Pfarrsaal mit kleiner Küche sowie mehrere Jugendräume im Souterrain. Eine Zentralheizung für Pfarrheim und Pfarrhaus wurden eingebaut.

Bei einer gründlichen Renovierung in den Jahren 1983 - 1985 wurde die Kirche mit einem Kupferdach versehen, der Fußboden mit Naturstein (Jura, gelb, mit vielen Versteinerungen) belegt, die Decke isoliert und mit Holz verkleidet. Der Kirchturm wurde ummantelt und bot nun vier Glocken Platz. Auch eine gebrauchte Pfeifenorgel wurde 1987 aufgestellt und In Gebrauch genommen. Alles schien aufs Beste bedacht und ausgeführt.

Da verwüstete am 25. Mai 1997 ein verheerender Brand das Gotteshaus. Ein junger Mann hatte nachts einen Schuppen an der Kirchenwand entzündet, das Feuer breitete sich schnell aus und vernichtete das Dach, die Trägerkonstruktion und das ganze Innere der Kirche, Auch die Glasfenster, der Altar und die Orgel wurden Opfer von Feuer und Löschwasser.

Beim Wiederaufbau wurden die Kirche und der Eingangsbereich des Gemeindehauses nach dem Entwurf des Architekten Klaus Dörnen (Oldenburg/Holst.) umgestaltet.
Die Gemeinde wünschte eine zentralere Stellung des Altares. So wurde der neue Altar auf nur einer Stufe in den Kirchenraum hineingezogen und rechts und links von Bänken umfasst. Altar, Ambo (Lesepult), Tabernakel und Taufstein gestaltete Bildhauer Ernst Rasche (Mülheim/Ruhr) aus fein behauenem Muschelkalk aus dem Westerwald. Sie bilden ein wohlausgewogenes Ensemble vor dem Wandbild.

Für die zentrale Belichtung des Altares sorgt ein neues großes Oberlicht im Dach; 30 schmale Fenster wurden zur Raumbelichtung in die Seitenwände gehauen. Die künstlerische Bleiverglasung aller Fenster schuf Maler und Glasbildner Johannes Beeck (Nettetal) und brachte damit Glanz und Farbe in den schlichten Raum.

Der Bereich zwischen dem neuen Seiteneingang der Kirche, den Eingängen zum Gemeindehaus und dem Pfarrhaus mit den Büros wurde in diesem Zuge überdacht. Dazu wurden eine Wand und eine Tür entfernt und der neu entstandene Raum mit einem Windfang, einer großzügigen Fensterfront und einem Oberlicht versehen. So entstand das großzügige neue "Foyer".

Schon zwei Jahre nach der Zerstörung, am 23. Mai 1999 (Pfingstsonntag), konnte die Kirche wieder eingeweiht werden, im November 1999 wurde die neue Orgel gesegnet.
Die Kirche St. Vicelin ist wiederaufgebaut zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen.

Im Zuge der Umstrukturierungsmaßnahmen im Erzbistum Hamburg wurde mit dem Dekret des Erzbischofs vom 31.03.2005 die Pfarrei St. Vicelin mit der Ursprungspfarrei Herz Jesu fusioniert, aus der sie 49 Jahre zuvor hervorgegangen war. St. Vicelin ist seit dem eine der beiden Kirchen der Pfarrei Propstei Herz Jesu.


Zur Einrichtung der Kirche:St. Vicelin Innenraum
Beherrschender Blickfang in der Kirche ist das Wandbild, eine Keramik von Benno Lippsmeier, 1956 hergestellt in der Staatl. Majolika-Manufaktur Karlsruhe: Die Welt kommt aus Gottes Hand. Die Strahlen seiner Liebe und seines Lebens fallen auf die Erde. Ein Kranz von Sternen, Pflanzen und Tieren umgibt ein Menschenpaar, das anbetend und dankend die Hände erhebt.

Die Madonna mit dem Jesusknaben konnte beschädigt aus dem Brand gerettet werden. Sie stammt wohl vom Niederrhein und wird dem herben Kunststil zugerechnet.

Das Kruzifix in dem neu geschaffenen der Andacht und Meditation dienenden „Raum der Stille“ ist wahrscheinlich nach einem romanischen Triumphkreuz in Süditalien geschnitzt worden. Es wurde von Dr. P. Nitsche (Lübeck) gestiftet.

(Unter der Empore befand sich bis vor kurzem ein Kreuz. Es handelt sich um einen Gipsabguss des so genannten „Marburger Christus“ von Ernst Barlach. Es dient künftig als Altarkreuz in der renovierten Propsteikirche Herz Jesu .)

Unter der Empore befindet sich auch der lichte Beichtraum, dessen Vorhang bei Benutzung zugezogen wird. Ihm gegenüber in der Wand zwei kleine farbige Glasfenster von Agnes Mann: links „Auferweckung des Lazarus", rechts „Heilung eines Aussätzigen".

Der Kreuzweg mit 15 Stationen und die Figur des hl. Vicelin sind Arbeiten des Osnabrücker Bildhauers Walter Mellmann.

Die Orgel ist von der Firma Fischer & Krämer (Endingen/Kaiserstuhl) 1999 gebaut; ihr warmer, weicher Klang entspricht dem badisch-elsässischen Klangideal. Sie hat 24 Register, zwei Manuale, Pedal, Schleifladen und mechanische Spiel- und Registertraktur.