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Ehrenamt

Vom zeichenhaften Leben des Gottesvolkes

In der abendländischen Tradition gehört der eigene Beitrag zum Gemeinwohl seit jeher zum Grundbestand eines guten und geglückten Lebens. Zu dieser Tradition gehört es auch, dass viel von diesem Beitrag ehrenamtlich geleistet wird.

Der Nutzen fließt dabei nicht nur der Gemeinschaft zu, sondern auch der Person, die sich einsetzt. Die Gemeinschaft erfährt Unterstützung und Hilfe. Der einzelne Mensch erfährt:
Ich kann mit meinem Beitrag hier einen Beitrag für das Ganze leisten, der zum Besseren führt; und die, die es sehen, freuen sich hoffentlich mit mir darüber.
Das ist aber auch der Grund, warum im Ehrenamt die Anerkennung so wichtig ist.

Nichts belastet so sehr die Bereitschaft zum Ehrenamt wie wenn nicht wahrgenommen wird, dass ich mich einsetze, oder wenn mein Engagement als selbstverständlich gilt und deswegen in der öffentlichen Wahrnehmung verschwindet.

Dieser Beitrag findet einen Widerhall auch in der christlichen Gemeinschaft und den christlichen Gemeinden. Weit entfernt davon nur nützlich zu sein, gehört er zu dem dazu, was den Ruf eines Christen und einer Christin ausmacht.

Das Fundament dieses Einsatzes liegt in der Taufe. Gott ruft jeden Menschen und dieser Ruf liegt noch vor jeder Differenzierung von Ämtern und Zuständigkeiten in der Kirche. In der Taufe ruft Gott hinein in das priesterliche Gottesvolk, um als Teil desselben eine eigene Beziehung zu Gott zu pflegen und daraus zeichenhaft gemäß den eigenen Talenten und Charismen zu leben.
Jeder Christ ist also mit dem, was er ist und tut, Botschafter der Versöhnung Christi inmitten der Welt. Es geht bei diesem Ruf nicht um Übernahme von „Innendienst“, es geht um die Verkündigung nach außen, an die Menschen. Das Gleiche gilt auch für das Ehrenamt.

Im Ehrenamt kann jeder Christ seine Aufgabe im Gottesvolk in einem öffentlichen Zusammenhang wahrnehmen. Das geht weit über Familie und Berufsleben hinaus. Hier geht es nicht um professionelles Tun, hier geht s um das Zeugnis für Gott. Dazu schenkt Gott neben den Talenten, die mir und uns in die Wiege gelegt hat, auch die Gnadengaben (Charismen) in der Taufe und der Firmung. Jeder ist gerufen, mit den Talenten und Gnadengaben umzugehen.

Die Chance des Ehrenamtes besteht darin, dass man Dinge versuchen (und auch wieder lassen) kann, die bisher nicht den eigenen Charismenschwerpunkt gebildet haben. Dieser kann sich im Laufe der Zeit auch einmal ändern; weg von dem Kinderliturgiekreis hinein in den Kreis der ehrenamtlichen BegleiterInnen in der Citypastoral (Laden – HüterInnen) oder in ein Team, das Glaubenskurse vorbereitet oder sich mit sozial-politischen Projekten im Zusammenhang mit Verkündigung beschäftigt. Im Ehrenamt ist man freier, zu wechseln.
Man kann sich selbst und seine Talente ausprobieren.

Dafür muss die Gemeinde (oder das Dekanat) eine Vision haben. Ich muss nachvollziehen können, wie mein Ehrenamt und seine Aufgabe mit der Vision der Gemeinde zusammenhängen. Die Vision oder das Leitbild der Gemeinde muss dazu in Handlungsfelder unterteilt werden; in diesen einzelnen Feldern müssen Bezugspersonen angegeben werden können, an die sich Ehrenamtliche wenden können. Dieser Suchprozess nach Visionen und Handlungsfeldern ist ein gemeinsamer, geistlicher Prozess im Kreis aller Geistbegabten, der von den „Profis“ moderiert und geleitet wird.
An den Früchten kann die geistliche Qualität erkannt werden. Konkret heißt das: Wird in unserer konkreten Lebensgemeinschaft deutlich, dass wir uns wegen unserer gemeinsamen und persönlichen Beziehung zu Gott verantwortungsbewusster und liebevoller begegnen? Es geht dabei nicht darum, weniger Fehler zu machen, sondern anders damit umzugehen, nämlich aus dem Geist Jesu heraus, den er uns geschenkt hat, mit mehr Barmherzigkeit und Liebe also.

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